Am 24. und 25. September konnte man sich im Wortsinn Kunst erlaufen: Die 2. Werkschau „Auf AEG” war ein flächendeckendes Ereignis. Die ehemaligen Produktionsstätten der AEG in Nürnberg breiten sich über 120.000 qm Nutzfläche aus und die galt es am letzten Wochenende zu durchwandern. Es ist schon erstaunlich, wie sich der „ehemals einer der traurigsten Momente der jüngeren Nürnberger Stadtgeschichte”, der durch die Pleite der AEG gekennzeichnet wurde und dem riesigen Aeral das Leben nahm, heute zu einem Meilenstein für eine perspektivische Zukunft ändern kann. Denn das Konzept „Auf AEG” bietet die Aussicht, dass sich hier ein Zentrum des „neuen kreativen Nürnberg” entwickelt. Über die Hälfte der einmaligen abgeschlossenen Fabrikstadt ist mittlerweile von neuen Nutzungen belebt und wirkt als pulsierendes urbanes Quartier im Nürnberger Westen. Neben üblichen Nutzungen wie Büro, Produktion, Handwerk, Dienstleistungen und Gastronomie stellt insbesondere die Kunst das identitätsbildende Merkmal dieses Standortes dar.
Dieses Konzept, das schon vor über 10 Jahren mit der Leipziger Spinnerei von denselben Projektentwicklern, die jetzt auch „Auf AEG” tätig sind, zu einem ungeahnten Erfolg geführt wurde, bringt frischen Wind in eine Stadt, die bisher in der Öffentlichkeit nicht wirklich als Kreativstandort wahrgenommen wurde. Neben den Büro-, Handels-, Produktions-, Ausstellungs- und Gastronomieflächen präsentierten allein 85 Künstler in einer gemeinsamen WERKSCHAU das aktuelle Schaffen Auf AEG und öffneten zudem zwei Tage lang ihre Ateliers. Wie bei der Konversion der Spinnerei in Leipzig deutet sich auch Auf AEG an, dass das ehemalige Industrierevier sich zu einem neuen Quartier mit eigener Identität und Strahlkraft entwickelt.
Dass die Leipziger Spinnerei – inzwischen einer der wichtigsten deutschen Kunsstandorte mit weltweiter Aufmerksamkeit (wie dort ansässige Künstler wie Neo Rauch und Galerien wie EIGEN+ART beweisen) – ein besonderes Naheverhältnis zum Nürnberger Standort „Auf AEG” hat, zeigte sich während der 2. Werkschau auch darin, dass 12 Kunsträume und Galerien des Leipziger Spinnereigeländes „Auf AEG” ausstellten. So entstand ein einmalig vielfältiger Parcours zeitgenössischer Kunst auf dem gesamten Areal, der sich vor den inzwischen 2x im Jahr stattfindenden Spinnereirundgang in Leipzig nicht verstecken brauchte. Im Gegenteil: Durch das Einbeziehen der offenen Ateliers der 85 am Standort ansässigen Künstler und Künstlerinnen, durch die Beteiligung der ebenfalls dort ansässigen Unternehmen (so wie NEULAND mit intercorp. als Mieter mit Birgit Brenner eine Künstlerin der Galerie EIGEN+ART in den Büroräumen ausstellte), durch die Teilnahme der 12 Leipziger Galerien (EIGEN+ART, maerzgalerie, Filipp Rosbach, Johan Deumens Gallery, ASPN, Galerie B-2, archiv massiv, Kleindienst, Jochen Hempel, Queen Anne, Annette Oechsner, HALLE 14 / Zentrum für Zeitgenössische Kunst in der Spinnerei Leipzig) und durch eine unverkrampfte Präsentation von Design und Kunsthandwerk in der Zentrifuge war vielleicht sogar noch mehr Lebendigkeit zu verspüren.
Wir von intercorp. sind jetzt jedenfalls glücklich, dass wir nun zu einem Teil dieses in Bayern einzigartigen Areals werden, sind gierig auf die 3. Werkschau im nächsten Jahr und freuen uns über diese besondere Inspiration, die von diesem Ort ausgeht.
Wer schon jetzt inspiriert sein will, der kann sich auf die Bilder stürzen, die während der 2. Werkschau entstanden:
die Bilder der Zentrifuge
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