Adobe Edge – Das nächste Argument gegen Flash oder doch eine Mogelpackung?

10/08/2011
EXTERN

Letzte Woche veröffentlichte Adobe die erste Preview des neuen Programms Edge. Binnen der ersten 24 Stunden wurde die 50.000 Download-Marke geknackt, was doch deutlich das Interesse der Online-Gemeinde visualisiert.

Adobe Edge verkauft sich als interaktives Design-Tool, mit dem es möglich sein soll, animierte Webinhalte mit dem von Adobe gewohnten Bedienkomfort zu erstellen. Dabei wird, laut Adobe, konsequent auf HTML5, CSS3 und JavaScript gesetzt. Als i-Tüpfelchen setzt Adobe Edge in puntco JavaScript auf das allseits bekannte Framework jQuery. Das alles klingt so gut, dass intercorp. als Agentur für Internet und Neue Medien sich dieses Preview-Release gleich mal näher ansehen musste …

Adobe Edge mit dem geöffnetem intercorp Projekt

Die allseits bekannte Optik von Adobe findet sich auch bei Edge wieder.

Das User Interface präsentiert sich in bekannter Adobe Optik und man findet sich leicht zurecht. Dass es sich bei Adobe Edge um ein Preview-Release handelt, wird sofort deutlich, wenn man den Funktionsumfang anhand von Panels und Menüpunkten analysiert. Viele Basisfunktionen, wie etwa das Duplizieren oder Gruppieren von Ebenen, fehlen gänzlich. Das Arbeiten mit Keyframes erinnert an einen Basiskurs in Flash-Tweening. Und an dieser Stelle endet der Funktionsumfang der Preview schon. Dennoch haben wir eine kleine Animation erstellt und diese ausgiebig getestet. Auffällig war, dass nur Webkit-basierte Browser, wie Google Chrome 13 oder Safari 5, die Animation wirklich flüssig rendern konnten: Opera und Firefox schwächelten an dieser Stelle etwas und spielten den Clip mit einem leichtem Ruckeln ab.

Sie wollen wissen, wie sich Ihr Browser schlägt?
Dann testen Sie doch einfach unsere Animation und vergleichen Sie das Ergebnis mit dem oben eingebundenem Video. Das Projekt finden Sie hier.

Ein optisch gutes Ergebnis ist eine Sache, allerdings muss der von Adobe Edge erstellte Output auch berücksichtigt werden. Analysiert man diesen, bemerkt man, dass sich dort weder HTML5-Elemente noch CSS3-Animationen finden. Vielmehr wird JavaScript-Code erzeugt, der die CSS-Eigenschaften gewöhnlicher DIV-Elemente animiert. Sie sind soeben ausgestiegen? Dies bedeutet, dass hier nichts wirklich Revolutionäres geschieht. Sehen Sie sich einfach das Akkordeon im Fußbereich auf der intercorp. Seite an. Dort wird auf Klick die entsprechende Antwort “ausgefahren”. Und genau das geschieht momentan auch bei Edge – mit der Ausnahme, dass hier diese CSS-Manipulationen zeitgesteuert via JavaScript ablaufen. Versucht Adobe uns hier also eine Mogelpackung unterjubeln? Naja, wir haben es hier immerhin mit einem ersten Preview zu tun und nicht mit einem fertigen Produkt. Der offizielle Start von Adobe Edge ist für 2012 angekündigt. intercorp wird die Entwicklungen weiter beobachten. Wenn Sie selbst auch auf dem Laufenden bleiben wollen, schauen Sie einfach wieder in unserem Blog vorbei oder abbonieren Sie den Newsletter von Adobe.

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