Apps sind nur ein Übergangsphänomen. Obwohl allein dieses Jahr ca. 10 Milliarden Apps von Nutzern auf ihre Smartphones und ipads geladen werden (Marktforscher gehen davon aus, dass 2012 bereits 50 Milliarden….), sehen die Vorseher der digitalen Welt Apps als technisch limitiertes Übergangsphänomen. „Apps wird es nur so lange geben, bis die mobilen Browser leistungsfähiger und die Datenverbindungen schneller sind. Apps sind ein Übergangsphänomen”, sagt Carsten Frien, Geschäftsführer von Madvertise, einem Marktplatz für mobile Werbung. Fünf bis sechs Jahre gibt er diesen plattform-eigenen, sogenannten nativen Apps noch. Dann werde das offene Internet an ihre Stelle treten. Noch haben die Apps aber Vorsprung: 54 Prozent der Smartphone-Besitzer in Deutschland nutzen Apps; nur 50 Prozent setzen ihren Browser ein, hat das Marktforschungsunternehmen Comscore gemessen.
Denn Apps sind technisch gesehen von gestern, denn der Nutzer muss jede Software einzeln laden. Da es Dutzende von App-Stores, konkurrierende Betriebssysteme und Hunderte verschiedene Handys gibt, muss eine App in vielen verschiedenen Versionen entwickelt werden. Das macht nicht nur Produktion und Marketing teuer, sondern mindert auch die Chance, eine große Reichweite zu erzielen. utet. Das mobile Web bietet sich als Lösung an”, sagt Saverio Romeo, Analyst bei Frost & Sullivan. Wenn die Anwendung in einem Web-Browser läuft, genügt eine einzige Version, auf die alle Nutzer zugreifen können. HTML5 heißt das Zauberwort der Web-Fraktion. Diese neueste Version der Web-Programmiersprache ist die große Herausforderung für die App-Economy. Zwar lassen sich mit HTML5 noch nicht so schöne Apps für das ganze Web wie für die einzelnen Plattformen bauen, doch die ökonomischen Vorteile liegen klar auf Seiten der offenen Variante. Parallel zum Entwicklungsaufwand sinkt auch die Abhängigkeit vom Betreiber des App-Stores. Das stationäre Internet hat genau diesen Weg zu einer offenen Plattform genommen, in der Nutzer auf alle Anwendungen mit Hilfe eines Browsers zugreifen können. Mit dem Aufkommen schneller Breitband-Verbindungen und leistungsfähiger Browser hatte proprietäre Software weitgehend ausgedient.
Doch die nativen Apps haben im Mobilfunk einen starken Fürsprecher: Apple. Das Unternehmen ist Pionier und klarer Marktführer in der App-Economy. Apple verdient prächtig mit dem Verkauf der Geräte, der Beteiligung an den App-Verkäufen und bald auch an der mobilen Werbung, für die das Unternehmen mit der Übernahme von Quattro Wireless seine Werbeplattform iAd aufgebaut hat. Aufgrund seiner Marktmacht kann das Unternehmen weitgehend diktieren, welche Apps auf „seinen” iPhones und iPads laufen, wie hoch es an den Umsätzen der App-Entwickler beteiligt wird und welche Unternehmen in seinen Apps Werbung verkaufen dürfen. Zudem nimmt Apple den App-Entwicklern auch noch die direkte Kundenbeziehung weg. Langsam regt sich Widerstand. Die Frage ist, ob Apple bald ebenso wegen dieser Marktmacht angegriffen wird, wie dies von einem Jahrzehnt mit Micorsoft geschah. Die Nerd-Szene möchte weitgehend unabhängig und frei von Gängeleien sein. So entstand Linux, so wurden Browser jenseits des Internet Explorer entwickelt usw. Ist HTML5 die Entwicklung, die nun Apple appserviert?
intercorp. wird sich auf verstärkt mit HTML5 beschäftigen, weil wir unseren Kunden schon heute nur mit leichtem Magendrücken Apps empfehlen können, denn die Entwicklung von Apps – wenigstens für die wichtigsten Betriebssysteme iOS (Apple), Windows Mobile, Android (Google), Web OS (Palm) – kostet eine Menge Geld und es stellt sich damit immer auch die Frage nach dem ökonomischen Nutzen, der über einen reinen Imagegewinn hinausgeht.










